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Konzentrationslagergeld

'Lagergeld' wurde benutzt,
um die Gefangenen für geleistete Arbeit zu bezahlen

Artikel aus The Barnes Review, Jan./Feb. 2001, S. 7-9.
The Barnes Review, 645 Pennsylvania Ave SE, Suite 100, Washington D.C. 20003, USA.
Von Jennifer White, Verwaltungsdirektorin von TBR.
Übersetzt von Martin Freiburg mit freundlicher Genehmigung von TBR.
Übersetzung © 2001-2016 by The Scriptorium.
PDF PDF zum Herunterladen © 2016 by The Scriptorium.


The 
Barnes Review Jan.-Feb. 2001 Einband
The Barnes Review,
Ausgabe Jan.-Feb. 2001
Weit davon entfernt, die "Todeslager" gewesen zu sein, von denen Sie schon so oft gehört haben, wurden Plätze wie Auschwitz, Dachau und Buchenwald nicht dazu benutzt, Menschen auszurotten. Sie waren Arbeitslager, die für die deutschen Kriegsanstrengungen wichtig waren. Wußten Sie aber, daß die jüdischen Arbeiter für ihre Arbeit mit Lagergeld kompensiert wurden, das besonders für diesen Zweck gedruckt wurde und das sie in Läden, Kantinen und sogar Bordellen ausgeben konnten? Das Geldsystem für die Gefangenen wurde in Ghettos wie z.B. Lodz [Litzmannstadt] erfunden und auf Lager wie Auschwitz und Dachau ausgedehnt und existierte noch immer in den Lagern für "displaced persons", die von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet wurden. Das folgende ist die Geschichte dieses Geldes, von dem die Hofhistoriker wollen, daß Sie nicht einmal ahnen, daß es überhaupt existierte.

Bilder von Haufen verbrannter Leichen wurden in Nürnberg dazu benutzt, um zu beweisen, daß die von Deutschen während des Zweiten Weltkrieges betriebenen Konzentrationslager zur Ausrottung der Juden Europas gedacht waren. Eine Unmenge von dokumentarischen Beweisen, die lange unterdrückt wurden, zeigen jedoch, daß die Gefangenen verhältnismäßig gut behandelt und für ihre harte Arbeit kompensiert wurden, und daß es ihnen erlaubt war, Luxuswaren zu kaufen, zu denen nicht einmal die deutsche Bevölkerung ohne weiteres Zugang hatte. Dies ist nicht das Bild von bitterster Entbehrung, das die Holocaust-Lobby Ihnen vortäuscht.

Kollage
Die obige Kollage, die von dem Einband von Das Lagergeld der Konzentrations- und D.P.-Lager: 1933-1945 von Albert Pick und Carl Siemsen stammt, zeigt nur ein Beispiel des Geldes, das für Lager und Ghettos gedruckt wurde. Der überwiegend weiße Schein am rechten Rand zeigt den [hier nur teilweise lesbaren] Aufdruck: "Judengeld. Nur gültig als Zahlungsmittel [...] deutscher für jüdische Arbeit [...] innerhalb des Ghettos Sokolka [...] Stadtkasse Sokolka, Der Bürgermeister."
Der unwiderlegbare Beweis ist die Existenz eines Mittels des Austausches für Güter und Dienstleistungen: Geld. Es gab mindestens 134 besondere Ausgaben in verschiedenen Werten und Ausführungen in solch berüchtigten Plätzen wie Auschwitz, Buchenwald, Dachau, Oranienburg, Ravensbrück, Westerbork und mindestens 15 weiteren Lagern. (Vgl. die vollständige Auflistung in Paper Money of the World Part I: Modern Issues of Europe von Arnold Keller, Ph.D., 1956, S. 23-25.)

Ein Geldsystem gab es auch in den Ghettos, besonders in Theresienstadt und Lodz, das schöne Geldscheine herstellte (regelrechte Kunstwerke), neben denen die amerkanische Währung fade aussieht.

Es gibt zahlreiche Händler in seltenen Währungen und Münzen, die sich auf den Verkauf von "Konzentrationslagergeld" spezialisieren, oder "Holocaustgeld", wie es manchmal genannt wird. Aber die Tatsache der Existenz dieses Geldes scheint keine Fragen aufgeworfen zu haben - wie es hätte sein sollen - über was wirklich geschah (und nicht geschah) innerhalb der sogenannten "Todeslager", wo das Holocaust-Geld ja zirkulierte.

Dieses Geld war außerhalb des Lagers, für das es ausgegeben wurde, nicht umsetzbar. Dadurch wurde die Chance einer erfolgreichen Flucht vermindert, auch machte dies es der Allgemeinheit unmöglich, einige der seltenen Luxusartikel zu kaufen, die in den Lagern verfügbar waren. Nach Albert Pick, in Das Lagergeld der Konzentrations- und D.P.-Lager: 1933-1945:

Oranienburg, 50 Pf.
Oranienburg, eine Mark
Oranienburg, eine Mark
Oranienburg war das erste bekannte Lager, das Lagergeld für seine Gefangenen ausgab. Die Serien für dieses besondere Lager waren in 5 Pfennig- (grün), 10 Pfennig- (blau), 50 Pfennig- (braun) und in 1 Mark-Werten (gedruckt im August 1933, 1934, als das Lager geschlossen wurde.) Anders als für Theresienstadt waren diese Noten ziemlich einfach, ohne Mehrfarbendruck und Wasserzeichen. Jedoch sogar diese zeigen die Sorgfalt und die Aufmerksamkeit, die dem Entwurf für das Geld für die Gefangenen gegeben wurde.

    Die Insassen wurden nicht für die Arbeit bezahlt, sondern erhielten hin und wieder "Kupons", um Dinge in der "Kantine" zu kaufen.... Als der Krieg eine Wende zum Schlechteren nahm und die Zahl der Arbeiter abnahm, wurde das Potential der KZ-Arbeiter wichtig. Insassen wurden Angebote von "Prämien" und anderen Vorteilen gemacht, Tabak wurde angeboten und sogar Besuche in Bordellen.... Um zu verhindern, daß dieses Geld außerhalb der Lager verwendet wurde, wurde besonderes Geld gedruckt.

Brief des Gefangenen Nr. 11647, Block 28/3, Dachau KIII vom 8. September 1940 an seinen Verwandten in Litzmannstadt (Lodz):

    Ich muß Dir etwas über mich schreiben. Mir geht es sehr gut. In der Kantine kann ich Honig, Marmelade, Kekse, Früchte und andere Nahrungsmittel kaufen. Wenn Du Dir wegen mir Sorgen machst, verübst Du in der Tat eine Sünde. Ich habe mehr Gründe, mich wegen Dir zu sorgen... (Letters from the Doomed: Concentration Camp Correspondence 1940-1945, Richard S. Geehr.)

In Theresienstadt gab es einen Zahlungsplan, der Th.kr. (Theresienstadt-Kronen) als Einheit für den Umtausch hatte. (The Shekel Bd. XVI, Nr. 2, März-April 1983, S. 29.) Die Enzelheiten sahen wie folgt aus:

    Arbeiter, entsprechend ihrer Arbeit: 105-205 Th.kr.
    Arbeiterinnen, entsprechend ihrer Arbeit: 95-205 Th.kr.
    Teilzeitarbeiter: 80 Th.kr.
    Dienstpersonal: 70 Th.kr.
    Kriegsverletzte und Träger des Eisernen Kreuzes erster Klasse oder höher: 195 Th.kr.
    "Prominente" (Ärzte, Professoren, Wissenschaftler, bekannte Künstler und Politiker): 145 Th.kr.

Um dies in die richtige Perspektive zu bringen: eine Tasse Kaffee kostete 2 Th.kr. Der Geldumlauf in Theresienstadt war so groß, daß es notwendig war, über 5 Millionen Noten zu drucken. Vgl. Papirove Penize Na Uzemi Ceskoslovenska 1762-1975, Zweite Ausgabe, 1975, Hradek Kralove, übersetzt von Julius Sem, Seiten 134-135.

Das erste Arbeitslager, das sein eigenes Geld hatte, war Oranienburg. Bevor das Lagergeld eingeführt wurde, benutzten sie deutsche Zahlungsmittel in den umliegenden Ortschaften, aber die Behörden entschieden sich, zu zentralisieren. Die Währung wurde in Lagergeld umgetauscht abzüglich 30%. (The Shekel, Bd. XVI, Nr. 2, März-April 1983, S. 40. "Concentration Camp Money of the Nazi Holocaust", von Steven Feller.)

Ähnlich war es in Buchenwald:

    Jedem Gefangenen wurden bis zu 10 Mark pro Woche zugestanden, um Zigaretten in der Lagerkantine, andere Käufe in der Kantine, Besuche im Bordell zu bezahlen, oder auf ein Sparkonto einzuzahlen. Nach den Bestimmungen kostete ein Besuch im Bordell 2 Mark, von denen 1,50 Mark von der SS zurückgehalten und 0,50 Mark für "Unkosten" benutzt wurden. (Ibid., S. 41.)

Bestand eine ähnliche Lage in allen anderen Lagern - zumindest in jenen, die Lagergeld ausgaben? Da dies Auschwitz einschließt, wäre es in der Tat eine schockierende Vorstellung, daß in diesen "Todeslagern" Marmelade und Zigaretten gekauft werden konnten. Die Existenz von Geld in den Lagern ermöglicht uns einen Blick auf das Leben dort, wie es wirklich war; jedoch wird diese Information noch immer nicht im Fernsehen gezeigt.


Berühmt-berüchtigtes,
kompliziertes Lagergeld
Dachau
"... [W]ir müssen uns daran erinnern, daß, wie die meisten anderen Konzentrationslager, Dachau auch als Arbeitslager funktionierte. Dies erklärt das Erscheinen von Papierersatzgeld, das 1944 gedruckt wurde... Dachaus Lagergeld bestand aus drei verschiedenen Werten: 1, 2, und 3 Mark. Die Häftlingsnummer des Gefangenen ist auf der Vorderseite dieser grünen Note eingetragen, zusammen mit dem Datum, an dem sie ausgegeben wurde, der 31. Januar 1945. Tatsächlich geben alle Noten von Dachau die Häftlingsnummern an." Stahl, Seiten 18-19.

Auschwitz
"In einem Vernichtungslager, so würde es scheinen, war wenig Verwendung für Geld." (The Shekel, Bd. XVI, Nr. 2, März-April 1983, S. 43.)

Dachau, one Mark
Lagergeldschein aus Dachau.

Auschwitz, one Mark
Lagergeldschein aus Auschwitz.


Theresienstadt
Ausgaben für Theresienstadtkronen
      Nennwert
          1 Th.kr.
          2 Th.kr.
          5 Th.kr.
        10 Th.kr.
        20 Th.kr.
        50 Th.kr.
      100 Th.kr.
      Größe
      100 x 50 mm
      110 x 55 mm
      120 x 58 mm
      125 x 63 mm
      135 x 66 mm
      140 x 77 mm
      150 x 77 mm
            Farbe
            Grün
            Rosa
            Blau
            Braun
            Grün
            Dunkelgrün
            Rotbraun
Anz. gedruckt     
2,242,000      
1,019,000      
530,000      
456,000      
319,000      
159,000      
279,000      
Vgl. The Shekel Bd. XVI, Nr. 2, März/April 1983, S. 33.
Theresienstadt, hundert Kronen Theresienstadt, hundert Kronen
Diese schönen Theresienstadtnoten, mit Wasserzeichen, bezeugen die hohe Qualität der Kunst und des Drucks des Geldes.
Lodz (Litzmannstadt)
Farben verschiedener Arten von Geld in Lodz (Litzmannstadt).
In Druckserien a. d. Jahren 1940, 1942 und 1944:
         50 Pfg.      Violet
          1 RM       Olivgrün
          2 RM       Hellbraun
          5 RM       Dunkelbraun
Lodz, fünf Mark
Geld aus dem Ghetto von Lodz.
Information aus Das Lagergeld der Konzentrations- und D.P.-Lager: 1933-1945
von Albert Pick und Carl Siemsen.


Bibliographie:

American Israel Numismatic Association (Temarac, Florida).

Pick, Albert. Das Lagergeld der Konzentrations- und D.P.-Lager: 1933-1945, Munich, Battenberg Publishers, 1976.

Schöne, Michael H., Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945-1949, Regenstauf: Gietl, 1994.

Stahl, Zvi, Jewish Ghettos and Concentration Camps' Money, 1933-1945, London: D. Richman Books, 1990.


Siehe auch:

Campbell, Lance K., Dachau concentration camp scrip, Margate, Florida: American Israel Numismatic Association, 1992.

The Numismatist, April 1981, by Steven Feller.

Numismatic Scrapbook Magazine, 1965, 1996, "POW Money and Medals" von Slabaugh, R. Arlie.

Schultze, Manfred, Unsere Arbeit - unsere Hoffnung: Das Ghetto in Lodz 1940-1945, Schwalmtal: Phil-Creativ, 1995.

Sem, Julius, Standard Catalog of World Paper Money, 1977 (Scheine aus Theresienstadt).

Shtarot, Bd. I, Nr. 2, Okt. 1976. Yasha L. Beresiner.




Konzentrationslagergeld
'Lagergeld' wurde benutzt,
um die Gefangenen für geleistete Arbeit zu bezahlen